Wir hatten gestern Nachmittag eine längere Besprechung zur Koordination des snippr Projektes. Da ging es dann unter anderem darum, ob wir die mittlerweile seit ein paar Wochen laufenden täglichen snippr Chatkonferenzen weiter durch führen wollen.
Das läuft momentan so, dass wir uns jeden Tag um 9:30 in einem festen Chatraum treffen. Wir nutzen zur Zeit Jabber. Um 9:30 geht dann fast immer noch ein Microblog über yammer an alle Kollegen. Wer Zeit und Lust hat, nimmt dann entweder aktiv oder passiv teil. Es kommt auch immer weider vor, dass Kollegen, die nicht im Chatraum sind, kurz für Absprachen eingeladen werden. Nach dem Chat wird das Protokoll ins Wiki gestellt und dann der Link wieder microgebloggt. Wir haben das mal eingeführt, da sehr selten alle Kollegen von snippr an einem Ort sind.
Ein Kollege wollte lieber wieder zurück zu einer Sprechkonferenz, die parallel in einem Chatraum protokolliert wird. Sein Hauptargument war, dass man deutlich schneller sprechen als tippen kann.
Und nun die Überraschung: Der Rest des Teams sprach sich ausdrücklich und ziemlich eindeutig dagegen aus, wieder zu sprechgestützen Verfahren zurück zu kehren.
Obwohl tippen langsamer ist als sprechen, ist Chatten letztlich deutlich überlegen.
Die wesentliche Argumente sind:
- Man diskutiert kürzer und pointierter, Geschwafel macht Mühe und unterbleibt deswegen.
- Jeder, der später zu der Konferenz dazu kommt, kann sich sehr schnell in die bisherige Diskussion einlesen und mitdiskutieren.
- Wir haben mehr passive Gäste, die einfach nebenbei mitlesen. Das geht bei Sprechkonferenzen nicht so gut. Diese passiven Gäste können einfach an anderen Dingen weiterarbeiten und bekommen trotzdem alles mit.
- Das Protokoll ist sofort fertig und kann ins Wiki. Manchmal werden in wenigen Stichworten noch schnell die wichtigsten Vereinbarungen zusammengefasst vorangestellt. Meist ist selbst das überflüssig.
- Die Protokolle enthalten bereits die Diskussions- und Argumentationslinien. Man kann die Beschlüsse sehr leicht nachvollziehen.
- Die Wartezeiten, die durch längere Tastaturbeiträge entstehen, sind selten länger als 30 Sekunden und können trotzdem genutzt werden, um nebenbei leicht und schnell zu erfassende Dinge zu erledigen (Schwachsinnsmails löschen zum Beispiel)
Wir haben allerdings immer noch drei Probleme, die wir nicht gelöst bekommen. Vielleicht kann uns da jemand einen Hinweis geben.
1. Jabber zeigt in einem 1:1 Chat an, wenn der Chatpartner gerade etwas schreibt. In Chatkonferenzen geht das merkwürdigerweise nicht. Skype kann das.
2. In einen moderierten Chatraum haben wir bis jetzt noch nicht die Funktion gefunden, dass jemand um Schreibrechte bitten kann (Bei Interwise geht das durch Handheben)
und 3. wir haben noch nicht herausgefunden, wie man als Moderator Schreib- und Moderatorenrechte übergeben kann.
Trotzdem überwiegen die Vorteile. Da wird der Kollege noch eine höhere Tippgeschwindigkeit und Multi-Tasking-Fähigkeiten erwerben müssen…




2 Kommentare zu “Interessantes Ergebnis zum Thema Chatten”