von am 20. April 2009

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Chris Anderson im Videointerview zu FREE

Wir alle kennen diese Geschenke mit Folgekosten: Den Rasierer von Gilette, dessen Klingen dann an den Preis eines Samuraischwertes grenzen oder damals gab es mal eine Aktion eines Futterherstellers, der 30.000 Wellensittiche verschenkt hat – inkl. Käfig, was sich für den Hersteller des Futters über die Jahre durchaus gerechnet hat.

Das war das 20. Jahrhundert sagt Chris Anderson, der ja schon den Begriff “Long Tail” geprägt hat. In seinem neuen Buch “Free” das im Juli erscheint, setzt er sich jetzt mit kostenlosen Services und Produkten auseinander und welche Geschäftsmodelle dahinter stecken.

Google und Wikipedia sind ja die prominentesten Beispiele, die rein auf Software basieren. Ein prominentes Unternehmen mit einem “handfesteren” Produkt ist Ryan Air. Die gibt die Flugtickets fast kostenlos raus, dafür kostet jede Zusatzleistung Geld: Vom Extrakilo, über das Essen bis zum Toilettengang.

Andersons Hauptaussage:
Unternehmen schauen sich an, was Wettbewerber machen, bilden diese Leistung in Software ab und bieten sie kostenlos an, um damit die maximale Reichweite und v.a. maximalen Marktanteil zu erreichen.

Man bezahlt also nicht die Software direkt, sondern in den Support, den Wartungsvertrag und daß die Software meine Anforderungen erfüllt. Also ich minimiere mein Risiko und zahle letzten Endes für das Vertrauen, das ich in die Software setze.

Besonders interessant finde ich Andersons Ansatz das auch Entwickler von Open Source Software nichts aus reiner Großzügigkeit und intrensischer Motivation tun. Die Entwickler wollen ein Tool entwickeln, daß sie selber brauchen, der nächste möchte sich einen Ruf aufbauen, um möglicherweise von einem Unternehmen angeworben zu werden oder ihr Programm selbst in ein Unternehmen verwandeln.

Das größte Mißverständnis ist, es ließe sich kein Geld mit “FREE” verdienen. IBM, Red Hat, Sun sind alles Beispiele dafür, wie sich Open Source und freie Produkte in einen Markt verwandelt haben, der im zweistelligen Bereich Milliarden Dollar schwer ist.

Das ganze 16-minütige Interview hier. Wirklich neues erfährt man in dem Interview nicht, da die Berichterstattung über das Buch die letzten 1 1/2 Jahre recht lückenlos ist. Für Neueinsteiger aber sehr interessant. Ich bin v.a. gespannt, was im Sommer in dem Buch eigentlich noch drin stehen wird und ganz besonders, was es kosten wird ;)

gefunden bei Leander Wattig

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