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von am 28. Mai 2009

3 Kommentare | Sonstiges

Teil 2 zu “The Social Network Business Plan”

3318309752_af8252b6d1Vor kurzem habe ich schon in diesm Blogartikel über das neue Buch von David Silver berichtet. Nun folgt Teil 2 mit einer Zusammenfassung ausgewählter Strategien der 18 im Buch genannten. Zu Erinnernung: David Silver geht es in seinem Buch um die sogenannten recommener Communities, welche sich das Potential der “Weisheit der Massen” zunutze machen und die Mitglieder Produkte, Services etc. bewerten lassen.

Subscription Fee: Diese Strategie behinhaltet, dass man als Communitybetreiber eine monatliche Gebühr in Abhängigkeit der Ausrichtung der Community erheben soll. Bei Themen wie z.B. Gesundheit und Finanzen können höhere Gebühren von den Mitgliedern verlangt werden, da sie bei diesen Themenbereichen bereit sein werden, mehr für die Mitgliedschaft zu zahlen.

Diese Idee ist nicht neu, wenn wir an Xings Premiummodell von 5,95 Euro denken.

Tip Jar: Hier meint Silver die monetäre Belohung für gute Reviews, die ein Mitglied in einer recommender Community schreibt. Diese bekommt er per Kreditkarte von anderen Mitgliedern in der Community überwiesen. Hier meint Silver, 20$ als Minimum verlangen zu können: 70% gehen an den Reviewschreiber, 30% an den Besitzer der Community selbst.

Guter Ansatz für ein Anreizmodell, da es sich für Mitglieder lohnen würde, sehr gute Reviews zu schreiben. Nur müsste eine nachgelagerte Qualitätskontrolle durchgeführt werden. Bleibt nur die Frage offen, ob andere dafür zahlen würden, wenn sie gute Informationen auch an anderer Stelle kostenlos bekommen können. Eine Überlegung wäre hier, das Geben von “Trinkgeld” auf Freiwilligkeit basieren zu lassen, wie es z.B. Gutefrage.net schon umsetzt.

Reputation Management Fee: Diese Strategie beinhaltet das Informieren der Community-Mitglieder bezüglich aller relevanten Informationen rund um die Community. Der Zugriff auf diese Newsletter kann nur erfolgen, wenn man zuvor als Mitglied hierfür beazhlt hat. Hier setzt Silver die Gebühren bei 5$ im Monat oder 60$ im Jahr an.

Dieser Strategie stehe ich skeptisch gegenüber. Hier müsste man schon sehr gute, wertvolle Informationen redaktionell in den Newsletter einbringen, um Geld dafür verlangen zu können. Zudem finde ich persönlich, dass man die Mitglieder einer Community nicht für Informationen bezahlen lassen sollte, die die Community selbst betreffen. Die Mitglieder beteiligen sich freiwiliig und füllen die Community mit Leben. Sie sollten hier kostenlos und proaktiv über Neuigkeiten informiert werden.

Port the Community to mobile Phones: Die recommender Community muss in Augen Silvers mobilfähig gemacht werden. Er kennzeichnet hier die Entwicklung, dass das Bedürfnis im Bereich des Mobilfunks weg von Unterhaltung mehr zu ernsteren Themen geht. Als Bsp. nimmt er den Autokauf: Eignet sich eine recommender Community doch in seine Augen sehr dazu, beim Autokauf kurz nachschauen zu können, was andere Mitglieder der Bewertungscommunity über ein bestimmtes Modell sagen. Wichtig ist für Silver, dass alle Bewertungen und Ratings auch für Nicht-Mitglieder öffentlich sind.
Auch nennt Silver im Rahmen dieser Strategie die RFID-Chips. Auch hier könnten in Zukunft die Produktbewertungen einer Community beim Einkauf angezeigt werden. Hierfür könnte man als Betreiber der Community Geld verlangen, dass der Content  auf die Chips übermittelt wird.

Vor allem der Gedanke mit den RFID-Chips finde ich sehr interessant, doch sicherlich noch weiter in der Zukunft liegend. Hier müssten sich die sogenannten Future-Stores im Alltag durchgesetzt haben.

Kudos: Diese Strategie ähnelt Tip Jar. Hier werden jedoch nicht die Mitglieder von anderen Mitgliedern für ihre Leistung belohnt, sondern vom Community Management selbst. Hier soll es sich aber nicht um eine direkte Bezahlung handeln. Silver meint hier eher Incentives von dem Community Management selbst oder von Kooperationspartnern. Gemeint sind hier z.B. Gutscheine oder die Möglichkeit, neue Produkte eher kaufen zu können als andere Mitglieder. Es dient vorrangig dazu, für gute Leistungen einen gewissen Stolz beim Mitglied hervorzurufen.

Genauso wie Tip Jar ein sicherlich gutes Anreizsystem für eine Community. Nur ob sich hiermit auch Geld verdienen lässt? Wenn eher auf indirektem Wege. Ich sehe es Kudos eher als eine Möglichkeit, seine Community-Mitglieder zu belohnen und ihre intrinsische Motivation zu verstärken.

User Group Meetings: Hier erklärt David Silver, dass das “ultimative” Ziel jeder Community sein sollte, ein jährliches Usermeeting abzuhalten. Motto ist hier: jeder kann kommen, wenn er die Anreise und die Teilnahmegebühr zahlt. Silver meint, dass relevante Vertreter diverser Branchen dafür zahlen würden, dass sie die Mitglieder einer recommender Community treffen und sich mit diesen austauschen können.

Dies bedeutet sicherlich organisatorischer Aufwand für den Community-Betreiber, wenn jedoch Vertreter relevanter Branchen dafür zahlen würden, könnte sich dieser rechnen.

Prepaid Credit Cards: Silver schlägt hier eine Kooperation mit Visa/ Mastercard vor. Die Community-Kreditkarte wird an jedes Mitglied versendet, welches sich registiert. Man kann sie normal nutzen, trägt aber den Brand der Community nach außen. Bei Benutzung der Karte werden dann 1/3 der Gebühren an den Communitybetreiber überwiesen. Tip Jars und die Kudos können auch mit dieser Karte bezahlt werden.

Diese Strategie ist für die USA sicherlich geeignet, da dort die Kreditkarte im täglichen Gebrauch ist. In Deutschland ist die Nutzung der Kreditkarte jedoch noch nicht so populär.

Seine Strategien wendet David Silver dann auf seine eigenen selbst erdachten recommender Communities an und entwirft für
diese Business Models. Beispiele hierfür sind creditefficiencies.com (Community für Kreditkartennutzer), calamitytower.com (Anti-Terroristen Social Network), greenableworld.com (Community gegen die globale Erwärmung), rodeochicks.com (Online Community für Cowgirls).

Fazit: Auch wenn ich das Buch noch nicht zu Ende gelesen habe, ist der Eindruck bis jetzt noch positiv, denn David Silver nennt viele innovative Ideen, wie man mit seiner recommender Community Geld verdienen kann. Fundiert werden seine Aussagen sowohl durch die klassische Ökonomie (Bezug zu Joseph A. Schumpeter) als auch viele Beispiele aus der Wirtschaft. Jedoch zeigt sich auch, dass er vom amerikanischen Markt ausgeht, der im Bereich Social Commerce schon viel weiter fortgeschritten ist als der deutsche. Somit sind auch Silvers Strategien auf die USA-Markt abgestimmt.  In meinen Augen hilft das Buch Zukunftstendenzen zu erkennen, es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich der deutsche Markt hier entwickelt und ob diese Strategien dann anwendbar wären.

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3 Kommentare zu “Teil 2 zu “The Social Network Business Plan””

  1. avatar Manuel Eckardt sagt:
    Klasse Info danke! Ich werd mir das Buch sicher mal anschauen.

    Was ich dazu auch empfehlen kann ist NOECONOMY von Gisela Schmalz. Das Buch hat zwar einen sehr reiserischen Subtitel beleuchtet aber bestehende Montarisierungskonzepte und Geschäftsmodelle sehr gut!

  2. avatar Janina sagt:
    Danke für die Buchinfo!

  3. avatar Stefan Bornemann sagt:
    Hallo Janina,

    danke für Deine Fortsetzung. Super interessant. Zudem teile ich Deine Bewertungen. Abschließend stütze ich die Buchempfehlung von Manuel, habe es auch schon gelesen. Allerdings wird hier eher aus einer Makrosicht die Argumentation geführt.


    Gruß
    Stefan

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