Es hat sich viel getan in den letzten 15 Jahren und das Internet war nur der Anfang: Vor allem bei den unter 20-Jährigen kann sich heute kaum noch jemand vorstellen, für ein Schulreferat in die nächste Bücherei zu laufen und die gesuchten Informationen zu den gesammelten Werken von Franz Kafka aus einem zehn Jahre alten und kiloschweren Wälzer mühsam per Hand abzuschreiben.
Wer heute Informationen und Input sucht, der greift schnell auf PC, Notebook, Netbook und Smartphone in Kombination mit DSL, WLAN oder Hot Spot zurück, egal ob im Privaten oder im Job. Das Thema Mobile Life und Mobile Workers ist derzeit in aller Munde, und vor allem in der Arbeitswelt ist gerade einiges im Wandel: Stürmen inzwischen doch schon die ersten Digital Natives die Unternehmen und verlangen einen Arbeitsplatz nach dem neuesten Stand der Technik und mit genau dem Equipment, das sie aus ihrem Privatalltag gewöhnt sind. Und natürlich wollen sie ihre Arbeitswoche auch nicht immer am selben Platz im selben Büro in der immer gleichen Stadt verbringen. Wozu auch, schließlich hat heute die Mehrzahl der Deutschen das benötigte Equipment in seinen vier Wänden parat, mit welchem sich Texte, Kalkulationen und Präsentationen wunderbar aus dem heimischen Wohnzimmer erledigen lassen. Und wenn mal schnell eine Konferenz einberufen wird, sind wir dank integrierter Webcam, großem Flat-Screen und Unified Communications-Anwendungen sofort mit Bild und Ton weltweit vernetzt.
Laut Bitkom gehört die Arbeit im Home Office dank moderner Kommunikationsmittel und -techniken, die den Zugriff auf Unternehmensanwendungen, Datenbanken oder weitere Kommunikationssysteme schnell und einfach erlauben, für viele Arbeitnehmer schon zum Alltag. Zehn Prozent aller berufstätigen Deutschen arbeiten ganz oder teilweise von zu Hause aus. Weitere 58 Prozent wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten, wobei die Wünsche von einigen Tagen bis hin zu ständigem Home Office reichen. Nur 30 Prozent der Befragten bevorzugen weiterhin den täglichen Gang außer Haus – was auch unbestreitbare Vorteile mit sich bringt: der Plausch und der schnelle, unbürokratische Informationsaustausch mit den lieben Kollegen oder eine Infrastruktur, um die sich andere kümmern. Dem gegenüber stehen Modelle wie Home Office, die es erlauben, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bekommen: Eine Problematik, die vor allem berufstätige Müttter kennen (oder Hundeliebhaber). Fühlen sie sich mit ihrer Situation vom Arbeitgeber ernst genommen, bekommt dieser langfristig treue und loyale Mitarbeiter. Vom guten Ruf mal ganz abgesehen. Mehr PC-Spezialist-Infos zum Thema Home Office gibt es hier.
Inzwischen ist die Gesellschaft aber so vernetzt und so mobil, dass die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben immer mehr verwischen. Das belegen die Ergebnisse einer weiteren Studie des Branchenverbands: Ein Großteil der Berufstätigen, stolze zwei Drittel, ist auch nach Büroschluss für Vorgesetzte, Kunden und Kollegen zu sprechen. Ein Drittel davon ist jederzeit erreichbar, also auch am Abend oder am Wochenende. Das andere Drittel ist zu festgelegten Zeiten per Internet oder Telefon außerhalb der regulären Arbeitszeit für den Arbeitgeber da. Der Rest geht nur in Ausnahmefällen ans Telefon oder in die Mailbox.
Always on? Bevor einen der Haufen Arbeit bis nach Hause verfolgt, sollten klare Regeln und Absprachen mit dem Vorgesetzten getroffen werden. © Stefan Kernen / PIXELIO www. pixelio.de
Hier noch ein paar wichtige Informationen zur gültigen Rechtssprechung und für all diejenigen, die sich in Bewerbungsgesprächen mit genau dieser heiklen Frage konfrontiert sehen: Arbeitsrechtlich ist niemand verpflichtet, während der Freizeit per E-Mail oder telefonisch erreichbar zu sein. Dies gilt aber nicht, wenn eine so genannte „Rufbereitschaft“ vereinbart wurde, wie es etwa Jobs im technischen Support oder bei Notdiensten von Ärzten mit sich bringen. Dann muss der Arbeitnehmer auf Abruf zur „unverzüglichen Arbeitsaufnahme“ antreten. Diese Vereinbarung kann im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder auch mündlich getroffen werden. Bei allen anderen Jobs muss immer die jeweilige Tätigkeit und auch die Bezahlung genauer betrachtet werden: So ist es in den Arbeitsverträgen von gut bezahlten Experten sowie Führungskräften meist üblich, eine Rufbereitschaft pauschal abzugelten.
Unter’m Strich gilt aber für alle Arbeitnehmer: Von Beginn an klare Absprachen und Regelungen mit dem Vorgesetzten treffen und den goldenen Mittelweg finden, denn sonst werden die Mobilität und Flexibilität, die die allseits beliebten Endgeräte mit sich bringen, schnell zum Segen und Fluch zugleich.




3 Kommentare zu “Immer erreichbar = immer im Dienst: Schaffen mobile Endgeräte den Feierabend ab?”