Sarah Meixner

von am 9. Juli 2010

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Internet-Muffel: Mehr als 19 Millionen Deutsche sind always off

Das Internet ist (noch) nicht jedermanns Sache. © Rainer Sturm / PIXELIO www.pixelio.de

Hierzulande ist die digitale Gesellschaft noch lange nicht Realität: Laut einer aktuellen Umfrage der Initiative D21, einem Zusammenschluss von Unternehmen und Behörden, sind stolze (oder eher traurige) 19 Millionen Bundesbürger nicht im Internet angekommen. Das entspricht immerhin einem Anteil von gut 28 Prozent der Gesamtbevölkerung über 14 Jahren – eine Altersgruppe, die eigentlich im Netz präsent sein sollte. Ist sie aber nicht, und laut eigener Aussage hat sie dies auch in Zukunft nicht vor.

Wollen sie nicht oder können sie nicht? Technische Hürden sind wohl kaum der Grund für deren Abstinenz, denn Breitbandanschluss und immer schnellere Internetverbindungen sind heute fast schon überall Standard. Und auch die notwendige Hardware ist inzwischen selbst für den etwas schmaleren Geldbeutel erschwinglich. Der Grund ist ein anderer: „Viele Deutsche haben Angst vor der Nutzung des Internet, es ist ein gewisses Misstrauen vorhanden“, sagte Robert Wieland vom D21-Gesamtvorstand. Hier gilt es nun, anzusetzen und aufzuholen, um die digitale Kompetenz in Deutschland zu erhöhen und den Anschluss nicht zu verlieren. Dazu zählen natürlich auch Maßnahmen, die die Sicherheit im Netz erhöhen.

Zu den nackten Zahlen: Insgesamt sind jetzt 72 Prozent der Bevölkerung im Netz, doppelt so viele wie bei der ersten Erhebung der Initiative D21 vor zehn Jahren. Generell nimmt die Internetnutzung mit dem Alter ab und steigt mit dem Bildungsgrad. Zudem gibt es die altbekannten Unterschiede zwischen Mann und Frau (Stichwort Gender Gap): 50,6 Prozent der Frauen zwischen 60 und 69 Jahren sowie 81,6 Prozent der über 70-jährigen Frauen sind nicht im WWW vertreten. Ein näherer Blick auf die gleichaltrigen Männer hingegen offenbart niedrigere, also bessere Zahlen von jeweils 30,0 und 59,5 Prozent.

Im Osten nichts Neues: Wie bei vorherigen Befragungen unterscheidet sich die Nutzung innerhalb der Bundesländer. Auf Platz 1 der Internet-Nutzung liegt nach wie vor Bremen mit nun 80,2 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg (76,0 Prozent), Berlin (75,2 Prozent) und Hamburg (75,0 Prozent). Am Ende der Liste stehen – bis auf eine Ausnahme – nur ostdeutsche Länder: Mecklenburg-Vorpommern (62,7 Prozent), Sachsen-Anhalt (62,9 Prozent), Thüringen und das Saarland (jeweils 65,4 Prozent) sowie Sachsen (65,8 Prozent). Jeder dritte Bewohner im Osten gab sogar an, überhaupt kein Interesse am Internet zu haben. Insgesamt wurden über 30.000 Personen befragt.

Top-Hardware zu erschwinglichen Preisen. (Quelle: PC-Spezialist)

Zu den technischen Details: Mehr als zwei Drittel (68,9 Prozent) der Internetnutzer haben inzwischen einen schnellen Breitband-Zugang. DSL-Verbindungen sind mit 42,8 Prozent die am häufigsten genutzte Technik. Ein interessantes Detail: Der Anteil der mobilen Breitbandnutzung via Handy oder UMTS-Stick hat sich auf 1,9 Prozent verdoppelt – mobilen Surfsticks und bezahlbaren mobilen Onlineangeboten sei Dank. Nur noch 16 Prozent der Surfer haben einen Schmalbandzugang (9,3 Prozent ISDN und 7,0 Prozent Modem). Aufholen konnte die Kabeltechnik, mit der 4,5 Prozent der Befragten online surfen. Unterm Strich aber immer noch ausreichend Potenzial für Politik und Unternehmen, die Angebote noch besser auszubauen. Dann gehen auch die (N)Onliner irgendwann sicher online.


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