Sarah Meixner

von am 15. Juli 2010

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Ein globaler Verkaufs-Hit: Mobilfunk-Verträge überschreiten 5-Milliarden-Grenze

Obacht bei der Handynutzung im Ausland! © Harald Wanetschka / PIXELIO www.pixelio.de

Es piepst und klingelt und summt an jeder Ecke der Welt – von A wie Amerika über K wie Kirgisistan bis Z wie Zypern. Im Juli 2010 hat der weltweite Mobilfunkmarkt nun den Peek von fünf Milliarden Verträgen erreicht (2000: rund 720 Millionen Mobilfunk-Verträge weltweit). Angesichts der derzeitigen Weltbevölkerung von gut sechs Milliarden eine gleichzeitig gewaltige und beeindruckende Zahl. Dazu geführt haben vor allem zwei Aspekte: Zum einen die ständig steigende Zahl an Neuabschlüssen in aufstrebenden Märkten wie Indien und China. Laut dem Marktforschungsunternehmen ABI Research haben allein Indien und Indonesien in den letzten vier Quartalen zusammen mehr als 150 Millionen Abos beigetragen. Unterstützt haben diese Entwicklung zum anderen aber auch die immer besseren mobilen Breitbandangebote. Laut Schätzungen des Netzausrüsters Ericsson wird sich deren Zahl schon im Jahr 2015 auf weltweit 3,4 Milliarden Stück belaufen.

Weitere Prognosen der Experten: Ende des Jahrzehnts sollen insgesamt 50 Milliarden Geräte via Mobilfunk online sein. Damit stehen aber nicht nur Endgeräte wie die heute bekannten und beliebten Smartphones, Netbooks und Tablet PCs im Fokus, sondern auch Assets wie Fahrzeuge, Digitalkameras, medizinische Geräte oder Wetterstationen, wie aus Unternehmenskreisen bekannt wurde. Im Mittelpunkt des Interesses und zur treibenden Kraft wird dabei die direkte Kommunikation zwischen zwei Maschinen (Machine-to-Machine Communications, M2M), wie man es beispielsweise auch in der Automobilbranche im Car2Car-Umfeld anstrebt. Dort sollen Pkw beziehungsweise deren Bordelektronik miteinander kommunizieren und die Fahrer beispielsweise vor einem Stau nach der nächsten Kurve warnen (Stichwort Eco Telematics). Ericsson schätzt, dass die derzeit fünf Milliarden Verträge auf etwa vier Milliarden Kunden entfallen. Zudem haben die Experten festgestellt, dass vor allem in westlichen Märkten die Mobilfunk-Durchdringung 100 Prozent teils deutlich übersteigt. Was gut für die Wirtschaft ist: Denn damit wird mobiles Breitband zu einem signifikanten Wachstumsmotor. Dazu eine Meinung von ABI Research VP of Forecasting Jake Saunders: “Der Erfolg von Apples iPad zeigt, dass Mobilfunker in gesättigten Märkten mit nutzerfreundlichen Geräten zusätzliche Verträge verkaufen können.”

Damit sich angesichts der Sommerferienzeit niemand über eine horrende Rechnung seines Mobilfunkanbieters nach der Rückkehr aus dem Traumurlaub ärgern muss, hier noch ein paar Hinweise und Tipps des Branchenverbands Bitkom für die Nutzung im Ausland:

Mit Netbooks geht's auch im Urlaub schnell und bequem online. (Quelle: PC-Spezialist)

Zum Schutz der Nutzer mobiler Endgeräte im Ausland hat der Europäische Gerichtshof zum 1. Juli 2010 zum zweiten Mal die Obergrenzen für die Mobilfunkpreise gesenkt. Danach dürfen zurzeit abgehende Anrufe im Ausland (inklusive Mehrwertsteuer) höchstens 51 Cent pro Minute, ankommende Gespräche maximal 23 Cent betragen. Der Versand von Kurzmitteilungen aus dem Ausland darf maximal 13 Cent kosten. Beim mobilen Surfen gelten Gesamtkostenlimits, bei deren Überschreitung der Anbieter aktiv werden muss.

  1. Günstige Tarife und Handy-Einstellungen wählen: Die meisten Mobilfunk-Anbieter halten einheitliche Tarifmodelle für ganze Ländergruppen bereit. Viele Anbieter kooperieren außerdem mit ausländischen Partnernetzen mit vergleichsweise niedrigen Tarifen. Hier lohnt es sich statt der automatischen Netzwahl das Partnernetz manuell zu bestimmen.
  2. Spezielle Auslands-Angebote nutzen: Immer mehr Anbieter haben spezielle Angebote oder Optionen für das Telefonieren im Ausland für Geschäfts- und/oder Urlaubsreisende. Sie sind teils mit einer Grundgebühr verbunden, dafür aber niedrigen Minutenpreisen verbunden.
  3. Selbst über Datentarife informieren: Für das Surfen im Ausland gibt es inzwischen Rabatte zum Beispiel in Form von Tages-Flatrates. Wer während der Ferienzeit nicht mobil surfen will, sollte das Daten-Roaming abstellen, so dass zum Beispiel E-Mails erst gar nicht automatisch abgerufen werden.
  4. Prepaid oder Calling Cards als Alternative einsetzen: Wer sich von Beginn an ein begrenztes Surf-Budget setzt, legt sich am besten eine ausländische Prepaid-Karte zu. Diese bringen allerdings eine neue Mobilfunknummer mit sich. Auch Calling Cards, mit welchen Reisende ein Guthaben etwa für öffentliche Telefonzellen erwerben, sind eine Alternative: Mit dieser Karte kann man über einen drahtlosen Internet-Zugang im Hotel auch E-Mails abrufen oder im Web surfen.
  5. Immer technische Voraussetzungen klären: Das in Europa verbreitete Dualband-Handy funktioniert weltweit in 220 Ländern. An vielen anderen Destinationen aber gibt es andere Frequenzen oder Mobilfunk-Standards. Wer auf das Handy angewiesen ist, sollte sich vor dem Start also immer bei seinem Anbieter informieren, ob sich sein Handy im Zielland überhaupt in das Netz einwählen kann.
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