E-Media im Schulalltag: (noch) mehr Schein als Sein?

Ein treuer Begleiter für private und schulische Angelegenheiten: das HP G72-b03SG (Quelle: PC Spezialist)

Die Digital Natives von heute werden mit Internet, iPhone & Co. groß – kein Wunder also, dass sie auch in der Schule nicht auf ihre geliebten elektronischen Medien wie PC und Notebooks verzichten wollen. Gleichzeitig aber wünschen sie sich weiterhin, ihre altgedienten Schulbücher zu nutzen. Das jedenfalls hat eine Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom unter 500 Schülerinnen und Schülern im Alter von 14 bis 19 Jahren ergeben. Danach sind 29 Prozent der befragten Schüler der Ansicht, elektronische Medien wie E-Books oder Lernprogramme könnten Schulbücher vollständig ersetzen. Die große Mehrheit dagegen sieht das anders.

Der Mix macht’s: Elektronische Medien in Ergänzung zu gedruckten Schulbücher
Fakt ist, dass im Vergleich zu den papierenen Büchern elektronische Lernmedien eine Reihe von Vorteilen aufweisen: E-Books zum Beispiel bieten neben Texten und Bildern auch Sprachaufnahmen und Filme. Zudem werden sie automatisch aktualisiert und ergänzt. Denkbar ist es auch, dass die Inhalte von E-Books modular aufgebaut werden: Damit jeder Schüler individuell gefördert wird, je nach Lernniveau und Kenntnisstand. Nach den Ergebnissen der Bitkom-Umfrage wünschen sich insgesamt 84 Prozent der Schüler, dass elektronische Medien im Unterricht stärker eingesetzt werden. 92 Prozent sagen, dass neue Medien Schulstunden interessanter machen und 79 Prozent, dass sie zum besseren Verständnis der Lehrinhalte beitragen.

Dem im Wege steht aber, dass es in vielen Schulen immer noch an der Basisausstattung mit PCs oder Notebooks mangelt. Bei 43 Prozent aller Schüler werden Computer im Unterricht entweder gar nicht oder seltener als einmal pro Woche eingesetzt. Das sieht Bitkom-Präsident Alfred Scheer aber kritisch, denn: „Eine gute Ausstattung mit Computern, Internetzugängen und Whiteboards ist die Grundlage für einen modernen Unterricht.“ Dazu zählen auch Whiteboards, so genannte elektronische Tafeln. Ebenso wichtig wie die Technik aber seien gut geschulte Lehrer, die neue Lernkonzepte in der Praxis umsetzen können. Wer mehr darüber lesen will, welche Ausstattung für welche Zielgruppe geeignet ist, kann sich bei lehrer-online oder beim Angebot Deutscher Bildungsserver informieren.

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Ein Kommentar zu “E-Media im Schulalltag: (noch) mehr Schein als Sein?”

  1. Ein interaktives Whiteboard ist nur ein Medium, ein Unterrichtswerkzeug. Wenn wir unseren Unterricht
    qualitativ verbessern wollen, dann geht das ausschließlich über ein didaktisch gut überlegtes Unterrichtskonzept und die daraus folgende Auswahl geeigneter Methoden und Medien. Also, zuerst nachdenken und dann die für das jeweilige Unterrichtsvorhaben passenden Werkzeuge wählen!

    Sollten wir nun bei den guten alten Tafeln bleiben? Können die Technophobiker unter uns nun aufatmen und triumphierend behaupten: “Wir haben’s ja gleich gewusst, dass die Dinger nichts taugen.” Sorry, ich glaube nicht.

    Es gibt tatsächlich gute Gründe dafür, digitale Tafeln in Schulen zu verwenden (aber nicht als einziges Medium im Klassenzimmer!). Sie sind nämlich erstklassige Präsentationswerkzeuge – und zwar auch ohne die oft mitgelieferten multimedialen Gimmicks.

    Doch es gibt wissenschaftlich gut belegte Gestaltungsrichtlinien, die es zu beachten gilt. Ich habe ausgewählte Prinzipien multimedialen Lernens (nach Richard E. Mayer: Multimedia Learning: 2nd Ed. 2009) in einem Film zusammengestellt.

    https://magazin.brn-moodle.de/915

    PS. Ich bin Realschullehrer und arbeite als Medienpädagogisch- informationstechnischer Berater (MiB)

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